Zwischen Containern und Technik

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Wenn die Tribüne am 3. August aus allen Nähten platzt und das Philharmonische Orchester die Overtüre aus der Polizeistation schmettert, dann wird das Hauptaugenmerk der Zuschauer natürlich auf der Domkulisse liegen. Wir waren bei nahezu tropischen Temperaturen auf dem Areal der DomStufen-Festspiele unterwegs und haben mal hinter die Kulissen geschaut. Wahnsinn, was da an Organisation, Technik und Fleiß dahinter steckt. Die Tribüne steht, die Autos stapeln sich schier in den Himmel und an allen Ecken wird gearbeitet.

 

 

 

 

 

Das erste, was einem nach betreten des Areals auffällt, sind die vielen Container. Das wirkt fast wie ein kleines Dorf. Zum Glück hängen schon Schilder an den Türen, sodass uns recht schnell klar wird, welche Funktionen die Container haben. Auf dem Domplatz gibt es eben nicht das klassische “Hinter der Bühne”. Neben Umkleideräumen, der Maske, Duschen und Toiletten, gibt es auch ganze Container, die vollgestopft sind mit Technik und Mischpulten.

 

 

 

 

 

Hier scheinen alle mit Herzblut und Begeisterung dabei zu sein. Die Stimmung steckt an und wir bekommen sogar kühle Getränke angeboten. Dann wird uns die neue Tontechnik gezeigt. Es gibt wohl ein Trackingsystem, mit dem die Position der Solisten mithilfe kleiner Chips jederzeit sehr genau bestimmt werden kann. Dadurch bekommt der Zuschauer eine räumliche Vorstellung von der Position der Sänger und weiß zum Beispiel, ob dieser gerade rechts oder links auf den Stufen steht.

Ein kleines Highlight haben wir auch auf dem Boden eines Containers gefunden: den originalen Einlaufteppich des Championsleage-Endspiels in Kiew. “Der war aber verdammt schwer” (Stimme aus dem Hintergrund). Die Veranstaltungsfirma hatte den Teppich nach dem Endspiel aus dem Stadion mit nach Erfurt genommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neu ist außerdem die Tribüne, auf der pro Vorstellung an die 2000 Menschen Platz finden können. “Wir haben zum ersten Mal einen richtigen Boden verlegt und die neuen Sitze sind auch viel bequemer!” Von dieser Aussage eines Technikmitarbeiters wollen wir uns erstmal überzeugen und gönnen uns auf den Sitzen eine kleine Auszeit.

 

 

 

 

 

Die Sonne knallt und wir wünschen uns ein Eis, aber vorher möchten wir uns noch eine Sache genauer ansehen. Von der Tribüne aus entdecken wir nämlich einen weiteren Container, direkt neben den Domstufen. Durch die großen Fenster an der Vorderseite sind Stühle und Notenpulte zu erkennen. Darin wird sich also das Orchester aufhalten. Aber so kann der Dirigent doch gar nicht die Sänger sehen und umgekehrt. Wie wird das geregelt?

Eine Antwort haben die Videotechniker parat: “Hierfür gibt es eine Dirigentencam, die durchgehend läuft. Der Dirigent ist auf den Bildschirmen an der Tribüne und auf den fünf Röhrenbildschirmen, die auf der Bühne verteilt sind, für die Sänger zu sehen. Außerdem hat er einen eigenen Monitor im Container. Die Videos werden größtenteils analog geschaltet”.

 

 

 

 

 

In den Containern ist es gefühlt noch wärmer als draußen. Auf unserem Rückweg fällt uns ein ominöser Kasten mit der Aufschrift “Wetterschutzset” auf. Bei den momentanen Temperaturen kaum vorstellbar, dass die darin gelagerten Schutzhüllen für die Scheinwerfer zum Einsatz kommen müssen… hoffentlich wird das auch bei den Vorstellungen nicht der Fall sein.

Nach diesen Einblicken und vielen netten Gesprächen können wir kaum noch abwarten, bis es endlich los geht. Vielleicht sieht man sich dann mal auf dem Domplatz.👋

 

Text: Philipp Klier und Michelle Lebruschka

Fotos: Philipp Klier

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Michelle Lebruschka

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