Wenn Rabe und Kater die Welt retten: Ein Wunschpunsch zu Weihnachten!

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Jenannie Cleemen mit Heiligenfiguren für Wunschpunsch

Vielleicht hatte der großartige Kinderbuchautor Michael Ende auch schon ein Schlückchen Punsch intus als er sich den Titel für eines seiner wundervollen Werke ausgedacht hat: „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ ist zumindest für erwachsene Zungen nicht sofort ohne Stolperei ganz leicht wiederzugeben und bedarf etwas Übung – was ich definitiv bestätigen kann! Kinder dagegen – und für die ist dieses Buch ja zuallererst geschrieben – haben offenbar keine Probleme mit der Aussprache, wie mir Jeannine Cleemen, die Ausstatterin unseres diesjährigen Weihnachtsmärchens, erzählt. Weihnachten 2019 habe sie das Buch mit ihren Söhnen Theo (11) und Gustav (8) gelesen, denn kurz vorher stand fest, dass sie Teil des Regieteams für die Produktion ist, für die in unserem Theater seit einigen Tagen fleißig geprobt wird.

Mareike Zimmermann und Jeannine Cleemen für Wunschpunsch
Mareike Zimmermann und Jeannine Cleemen bei der Konzeptionsprobe.

Gemeinsam mit Regisseurin Mareike Zimmermann hat sich die Bühnen- und Kostümbildnerin dann zu Beginn des Jahres ans Werk gemacht und nach Ideen gesucht, die Geschichte von Michael Ende auf die Bühne zu bringen. Während die Bauprobe im Januar noch wie geplant im Theater stattfinden konnte, änderten sich mit dem Lockdown aufgrund von Corona ja viele Pläne bzw. war von jetzt auf gleich einiges nicht mehr oder nur anders möglich.

Jeannine und Mareike tauschten sich in dieser Zeit rege per Mail und Telefon aus. „Wir hatten viele lustige, kreative Gespräche und waren uns meist recht schnell einig, wie Bühnenbild und Kostüme aussehen sollen“, so Jeannine und fügt hinzu: “Michael Ende beschreibt in seinem Buch Figuren und Orte so markant, dass man sofort Bilder im Kopf hat und sehr genau weiß, wie Kater, Krähe, die Geldhexe oder der Professor aussehen“.

Jeannines Figurinen (Kostümvorlagen) für Prof. Dr. Beelzebub Irrwitzer, Tyrannia Vamperl (Geldhexe), Maledictus Made, den Kater Maurizio di Mauro oder Jakob Krakel sind wunderbare Zeichnungen geworden wie sie Michael Ende seiner Figuren bestimmt würdig und für zauberhaft befunden hätte.

Apropos zauberhaft. Für die vielen Verwandlungen hat sich die Bühnen- und Kostümbildnerin auch allerhand einfallen lassen und sind die Mitarbeiter unserer Werkstätten schon seit Wochen mit der Umsetzung beschäftigt. Überhaupt haben es Maske, Malsaal, Tischlerei, Kascheure oder Schneiderei mit einer großen und aufwändigen Produktion zu tun. Schließlich sollen Kinderaugen zum Leuchten und Staunen gebracht werden, wenn das Märchen in Kürze auf die große Bühne kommt.

Und auch Jeannine ist die Begeisterung deutlich anzumerken als wir Anfang Oktober gemeinsam durch einige Werkstattabteilungen gehen, um nach dem Stand der Arbeiten zu schauen. „Ich habe ja schon für einige Produktionen des Theaters Erfurt gearbeitet und weiß, wie professionell hier gearbeitet wird. Alle geben immer alles, und es ist auch dieses Mal wieder toll zu sehen, wie aus Ideen Realität wird.“

Malsaalchefin Claudia Fischer freut sich ebenfalls über den Wunschpunsch. „Es ist eine tolle Arbeit, weil so viele Dekorationsteile zu bearbeiten sind, die sich wie bei der Uhr dann zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Bei der Arbeit an den Heiligenfiguren konnte ich sogar auf alte, traditionelle Arbeitsmethoden zurückgreifen, die ich aus einem anderen Theater kenne, hier aber noch nie angewendet habe.“

Jenannie Cleemen mit Heiligenfiguren für Wunschpunsch
Jenannie Cleemen mit Heiligenfiguren

Bei den „vielen Dekorationsteilen“ handelt es sich um rund 50 an der Zahl – darunter acht Riesenregale für das Labor des Professors, eine Uhr mit einem Durchmesser von zwei Metern, ein wirklich sehr großer Kamin für Tyrannia Vamperl und ein 12 x 9 Meter großes Gesims.

Maskenbildnerin Lisa Sudermann und ihre Kolleginnen und Kollegen sind noch einige Tage mit Echsenköpfen und einer ganz speziellen Perücke beschäftigt und dürfen sich bei der Ausgestaltung auch selbst einbringen. Und so bekommt der „Echsenzauber“ noch funkelnde Augen, die Jeannine zwar ursprünglich nicht vorgesehen hatte, das Gesamtkunstwerk dann aber noch weiter abrundet.

Noch drei Wochen und dann machen sich also ein Kater und ein Rabe daran, in der Silvesternacht die Welt zu retten. Dass es ihnen gelingt, steht außer Frage. Aber wie … Das ist ab dem 31. Oktober in eurem Theater Erfurt zu sehen!

Infos & Karten

Fotos: Alexandra Kehr (12), Ky-Mani Mähr (1)

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Eingestellt von

Alexandra Kehr