Wenn durch Musik Bilder im Kopf entstehen: Märchenkonzerte für Kinder

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In dieser Spielzeit gibt es eine Reihe von neuen Formaten im Bereich der Konzertpädagogik unseres Theaters. So steht am 1. Oktober zum ersten Mal auch ein Märchenkonzert auf unserem Spielplan. Was es damit auf sich hat, wollte ich von Konzertpädagoge Friedrich Göring wissen:

Was habt ihr euch ausgedacht, was sind Märchenkonzerte? 

Märchenkonzerte sind Konzerte für Kinder zwischen vier und sieben Jahren. Wenn wir Musik hören, haben wir immer Bilder vor Augen: vorbeiziehende Landschaften, Sonnenaufgänge oder von mir aus auch einfach nur Farben. Ganz genauso sollen auch die Konzerte sein. Nur, dass wir ein bisschen nachhelfen und unsere eigenen Bilder mit Hilfe eines Märchens oder einer Geschichte erzählen. Kleinkinder unter drei Jahren erleben Musik allein durch Hören – sie sind bei unseren Lauschkonzerten gut aufgehoben, bei denen überhaupt nicht gesprochen wird. Für die größeren, denen man zu Hause natürlich auch Märchen vorliest, wird es dann bei den Märchenkonzerten spannend, die Musik mit den erzählten Geschichten zu verbinden. So entstehen ganz neue Bilder und sicher erlebt jeder Besucher das Konzert auf seine eigene Weise. Die Geschichten sind dabei quasi der Zugang zur klassischen Musik, die für viele gar nicht mehr alltäglich ist. Wir als Team vom Jungen Theater versuchen, unsere Konzerte auch immer an die Besonderheiten unseres Hauses anzupassen. So haben wir durch die große Sparte Musiktheater natürlich tolle Möglichkeiten und können unsere Moderation auch gut in Szene setzen, indem wir ein Bühnenbild andeuten, im Kostümfundus stöbern, zusammen mit den Beleuchter passende Stimmungen kreieren usw. Ich bin übrigens sicher, dass auch Erwachsene, die mit ihren Kindern und Enkelkindern kommen, Freude an den Märchenkonzerten haben.

Das erstes Märchenkonzert trägt den Titel „Raus ins Grüne“. Was passiert da auf der Bühne, wie muss ich mir das vorstellen?

Im Mittelpunkt steht Richard Wagners „Siegfried-Idyll“. Das ist eine symphonische Dichtung des Komponisten, die ganz verträumt klingt und bei mir viele Bilder im Kopf entstehen lässt. Ich habe das Stück selbst schon mal mit einem Orchester gespielt und war schon damals beeindruckt, wie Wagner es schafft, dass da quasi ein innerer Film abläuft. Für mich ein Film mit ganz vielen Naturbildern. Im nächsten Schritt habe ich dann eine Geschichte gesucht, die ich den Kindern erzählen kann und bin auf den „Apfelbaum“ gestoßen.

Das erklärt natürlich auch unser Fotoshooting mit dir im Apfelbaum.

Genau. Von der Geschichte ausgehend schreiben wir dann jeweils für unsere Konzerte die Moderation selbst. Im 1. Märchenkonzert gibt es also diese Geschichte vom Apfelbaum aber auch noch Gedichte, die ich wunderbar passend fand. Neben viel Musik und der Geschichte haben wir also noch einen lyrischen Teil, der auch übersetzt, was die Musik sagt. Die Kinder sitzen übrigens nicht im Konzertsaal, sondern wir haben für alle eine große bunte Sitzwiese aus Matten und Kissen auf unserer kleinen Bühne – dem Studio – vorbereitet. Dort können es sich alle richtig gemütlich machen und sind so ganz nah am Geschehen dran.

Es gibt noch zwei weitere Märchenkonzerte in dieser Spielzeit mit den Titeln „Ein Haydn-Spaß“ und „Reise um die Welt“. Erzähl doch mal kurz, was das junge Publikum dabei erwartet.

Joseph Haydn war ein Komponist mit ganz viel Witz. Das hört man auch in seiner Musik. Eines seiner berühmtesten Werke ist die Sinfonie mit dem Paukenschlag, der eigentlich wirklich unpassend nach einer ganz leisen Stelle der Streicher kommt und plötzlich viel zu laut alle erschrickt. Im Märchenkonzert wollen wir diese Komik noch etwas mehr herauskitzeln. Bei der „Reise um die Welt“ wird es dann tatsächlich so sein, dass wir Musik hören werden, die von ganz unterschiedlichen Erdteilen inspiriert ist. Wir laden die Zuhörer ein, mit uns die vielen Bilder, die einem da in den Sinn kommen, zu entdecken. Mehr will ich an dieser Stelle aber noch gar nicht verraten. Wir freuen uns auf viele neugierige und leuchtende Kinderaugen. Denn neben der Geschichte und uns stehen natürlich unsere Musiker aus dem Philharmonischen Orchester im Vordergrund. Da gibt es wirklich viel zu entdecken.

Foto: Lutz Edelhoff

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Eingestellt von

Alexandra Kehr

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