Von Lausbuben, Dramaturgen und einem Cocktail – Unser Saisonstart 15/16

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„Max und Moritz, gar nicht träge, sägen heimlich mit der Säge, ritzeratze, voller Tücke, in die Brücke eine Lücke. Als nun diese Tat vorbei, hört man plötzlich ein Geschrei…“

Vers um Vers erklingt die Lausbubengeschichte von Wilhelm Busch dieser Tage in mehrfacher Wiederholung auf unserer Probebühne im 2. Stock. Auf etwa 4 Metern ist eine Wäscheleine quer durch den Raum gespannt – behängt mit langen Unterhosen, Socken, Nachtgewändern von anno Dazumal.

Ein Waschtrog samt Waschbett gehört auch noch zum Bild, und mittendrin – mal knieend, mal stehend, mal liegend – arbeiten Konzertpädagogin Cornelia Schönherr und Schauspielerin Maria Elisabeth Wey (Foto) an ihrem Regiekonzept für die musikalische und szenische Umsetzung der Bubenstreiche als Kinderkonzert. Am 20.9. schon, an unserem Tag der offenen Tür, ist Premiere. Und Ende Oktober ist es übrigens genau 150 Jahre her, dass die Bildergeschichte von Wilhelm Busch erstmals veröffentlicht wurde.

Gleich nebenan im Chorsaal erklingen große musikalische Nummern aus bekannten Opern und Operetten, probt Chorleiter Andreas Ketelhut mit seinen Damen und Herren unter anderem für den Operncocktail, aber auch bereits für große Werke unseres künftigen Spielplans.
Der Operncocktail beschäftigt auch unsere Schneiderei im Werkstattgebäude gerade hauptsächlich. Für alle Mitwirkenden werden Kostüme aus dem Fundus gebraucht, hier und da müssen Ärmel und Hosenbeine verlängert oder verkürzt werden, ein Kragen gestellt oder geplättet – eben alles passend gemacht werden fürs Rampenlicht. Das Konzept für den Operncocktail, der am 20. September unseren Tag der offenen Tür ausklingen lässt, geht auf eine Idee von Markus Weckesser und Berthold Warnecke zurück. Der Regisseur und der Dramaturg stecken schon seit einigen Wochen die Köpfe immer wieder zusammen, wollen sich aber noch nicht in die Karten gucken lassen. Was sie aber schon versprechen, sind „atemberaubende Verwandlungen in spektakulärer Kulisse“. Wir sind gespannt und lassen uns einfach überraschen!

Gespannt sind wir alle auch auf unsere erste große Musiktheater-Premiere am 10. Oktober. An der Oper in Hongkong war Guy Montavons Inszenierung der Operette Das Land des Lächelns im Mai dieses Jahres jedenfalls ein Riesenerfolg. Der Generalintendant kam begeistert von seiner Reise nach Fernost zurück, lobte vor allem die Professionalität aller Mitwirkenden und brachte auch gleich einen neuen Tenor für unser Ensemble mit.

Mit der Operette und ihrer Kinderfassung Onkel Tschang, dem Operncocktail, der Lausbubengeschichte, dem Tag der offenen Tür, unserer aktuellen Ausgabe der Theaterzeitung PROSPEKT oder auch einer Fotoausstellung im Bahnhof Erfurt sind wir Frauen in der Kommunikations- und Marketingabteilung gerade zu Gange. Da müssen Pressemitteilungen, Medieninformationen oder Werbetexte verfasst werden, Plakate und Flyer gestaltet und jede Menge Telefonate mit Journalisten, Agenturen, Sponsoren geführt werden. Sich dabei auf eine Sache ausschließlich zu konzentrieren, ist also nicht drin. Überall werden die Fäden für mehrere Produktionen gleichzeitig gezogen, muss gewährleistet sein, dass Premieren, Vorstellungen und Konzerten gleichermaßen Aufmerksamkeit geschenkt wird, die Inszenierungen technisch und künstlerisch pannenfrei über die Bühne gehen.

Dass man dann in der Oper sitzend den Faden behält, der Handlung also wirklich folgen kann, dafür sind neben den Regisseuren auch die Dramaturgen zuständig, die sich zudem mit Texten und Partituren auseinandersetzen, deren Bühnentauglichkeit und Qualität beurteilen oder auch das Programmheft gestalten. Und während Chefdramaturg Arne Langer in der vierten Etage noch dies und das aus der vergangenen Spielzeit in die richtigen Ablagen einsortiert, gleichzeitig aber schon unsere Aufführung von Peter Tschaikowskys Oper Iolanta vorbereitet und parallel an einem Vortrag am italienischen Kulturinstitut über Leoncavallos Oper I Medici in Berlin Ende des Jahres arbeitet, wird wieder einmal klar, dass Theater auch hinter den Kulissen jeden Tag aufs Neue spannend und aufregend ist, es einfach nie langweilig werden kann… Unsere neue Spielzeit hat begonnen und wir sagen: Herzlich Willkommen dazu!

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Eingestellt von

Alexandra Kehr