Natur als Klammer

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Dieses Jahr bot sich dem Bühnenbildner Norman Heinrich die Möglichkeit, die vorhandene Freischütz-Szenerie in seine Dschungelbuch-Konzeption aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Der im Freischütz durch den 30-jährigen Krieg zerstörte Wald wird in der Kinderproduktion zu einem zu Tode gerodeten Dschungel, und beide Schauplätze assoziieren die Zerstörung der Natur durch kommerziell orientiertes menschliches Interesse. Diese Natur erobert sich in der Dschungelbuch-Dekoration allerdings ihren Lebensraum zurück.

Ein orangefarbenes großes Bodentuch im unteren Teil der Domstufen verbirgt den aus der Abendvorstellung eingerichteten Kriegsmüll sowie menschliche Skelette und symbolisiert zugleich für die Kinder eine karge Savannen-Landschaft, aus der wieder neue Pflanzen sprießen. Auch in die gefällte Waldregion im oberen Bereich werden kleine Bäumchen platziert, die dort hoffnungsvoll von neuem Leben künden. Durch die Chance, beide Bühnenbilder miteinander zu verbinden, sind für die Schauspieler zusätzliche Spielorte entstanden und das Geschehen bleibt nicht wie sonst auf die Spielfläche vor den Stufen begrenzt.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Diese räumliche Erweiterung ist für unsere Kollegen der Technik mit höheren Arbeitsanforderungen verbunden, denn die Umbauzeit zwischen Nachmittags- und Abendvorstellungen ist knapp bemessen. Außer dem riesigen Bodentuch sind u.a. noch ca. 25 Baumstämmchen, zahlreiche Grasbüschel, diverse Holzklötze, eine Feuerstelle und natürlich die große Affenruine und der Wolfsfelsen mit Wasserfall zu bewegen.

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Ein Kommentar zu “Natur als Klammer”

Eingestellt von

Doris Schmidt

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