Mit Geduld und ganz viel Herz: Probenendspurt für “The Turn of the Screw”

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In wenigen Tagen, am 30.September, eröffnen wir mit Benjamin Brittens Kammeroper „The Turn of the Screw“ unsere neue Spielzeit 2016/17 im Haus. Auf der Studiobühne gehts bei den finalen Proben ebenso rund wie derzeit auf dem Erfurter Domplatz. Und so wie man beim dortigen Oktoberfest mit der Geisterbahn fahren kann, bieten wir auf der Bühne einen ganz eigenen gespenstischen, künstlerisch hochwertigen Grusel…

In Henry James Roman “The Turn of the Screw”, der der Oper zugrunde liegt, versucht sich eine Gouvernante an einer Geisteraustreibung, um das Geschwisterpaar Miles und Flora aus den Fängen des Bösen zu entreissen. Vor allem für unsere KinderdarstellerInnen Nanny, Sophia, Linus und Florian ist es nicht immer einfach, schauspielerisch eine Situation herzustellen, die einem schon bei den Proben das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und mal so ganz nebenbei immer den richtigen Ton und Einsatz zu treffen, klingt bei Benjamin Brittens facettenreichen Kompositionen nach Schwerstarbeit.

https://www.youtube.com/watch?v=9AN1UwqUR_s

Und das ist es auch. „Du musst dich winden vor Schmerzen, Florian. Stell dir vor, dass dich Ameisen von Innen auffressen!“, ruft Regisseurin Viktoria Knuth den Kindern immer wieder zu. Und Florian windet sich. Und Linus auch.  „Bravo ihr zwei!“, klingt’s von der Regie, denn Motivation ist das A und O bei der Arbeit auf, vor und hinter der Bühne.

Zusätzlich führt Brittens stimmungsvolle Kammeroper in 2 Akten durch 16 unterschiedliche Szenen, in denen Zeit und Ort einem ständigen Wechsel unterzogen sind. Da verschieben sich die Bühnenelemente schon fast im Minutentakt, und man muss schon sehr vorsichtig sein, dass sich bei der oft minimalen Beleuchtung nicht ein Finger oder ein Fuß zwischen zwei Bühnenelemente verirrt.

Da tut die Pause nach zweistündiger Vollkonzentration schon sehr gut. Auch für den Magen, denn der brummt schon sehr heftig. Das Pausenbrot und die super Stimmung am Set sorgen dafür, dass die Batterien für den zweiten Teil der Probe wieder aufgeladen werden. Und unser Scherzkeks Julian, der den gespenstischen Quint verkörpert, sorgt mit seinem frohlockenden Charakter immer wieder für Zwerchfellattacken.

Für Regiesseurin Viktoria ist es nicht die erste Produktion, an der Kinder beteiligt sind. Ihre Erfahrung bemerkt man an der Geduld, die sie in auch noch so stressigen Situationen an den Tag legt. Und genau diese Geduld und ganz viel Herz sorgen dafür, dass die jungen und junggebliebenen KollegInnen während der täglich vierstündigen Proben bis zur letzten Minute voller Elan und Energie an die Sache gehen.

Die Zuschauer dürfen sich auf ein unglaublich gutes stimmgewaltiges Ensemble freuen, auf mitreißende, teils gruselige, teils wunderschöne lyrische Musik, auf einen heroischen Kampf zwischen Gut und Böse und… auf jede Menge Magie!

Hier gibts mehr zu Werk und Inhalt:http://www.theater-erfurt.de/Programm/Stuecke/The-Turn-of-the-Screw.html

Text und Video: Markus Jastraunig

Markus Jastraunig begleitet die Screw-Produktion als Regiehospitant.

Foto: Lutz Edelhoff

 

 

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Eingestellt von

Alexandra Kehr

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