Mein Schülerpraktikum im Theater

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Schülerpraktikantin Viane Spiekermann

Hallo, mein Name ist Viane und ich bin 15 Jahre alt. Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die sich schon das eine oder andere Stück im Theater angeschaut hat. Und sicher bin ich auch nicht die Einzige, die sich gefragt hat, wie so ein Stück mit allen Einzelheiten wie Maske, Bühnenbild und Werbung, eigentlich entsteht.

Meine ersten Antworten habe ich bekommen, als ich mit dem Tanztheater Erfurt selber auf der großen Bühne stand. Aber auch da habe ich noch nicht wirklich erfahren können, wie viele Komponenten bei der Erarbeitung eines Stückes eine Rolle spielen. Als es dann in der Schule hieß, dass ein Praktikum anstünde, kam mir sofort das Theater in den Sinn. Also hieß es, Bewerbung und Lebenslauf abschicken und dann einfach abwarten. Vor zwei Wochen war es dann soweit und mein Praktikum in der Abteilung der Musiktheater- und Konzertpädagogik startete. Meine vielen Fragen konnten beantwortet werden, denn ich war mittendrin!

Mein Praktikum in der Musiktheater- und Konzertpädagogik
Mein “Arbeitsplatz auf Zeit”

 

 

 

 

 

 

 

Es wurden Projekte geplant, von denen ich noch nie was gehört oder gesehen hatte. Das Theater bietet Besuchern, insbesondere Schulen, so unfassbar viele unterschiedliche Projekte an, dass für jeden etwas dabei ist, solange man davon weiß. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Lehrer zu der Generalprobe und Einführung eines Stückes kommen können, um herauszufinden, ob das jeweilige Stück für ihre Schüler ansprechend ist.

Das Büro der Musiktheater- und Konzertpädagogik
Das Büro der Musiktheater- und Konzertpädagogik

Und das ist noch nicht alles. Lehrer bekommen sogar Mappen mit Materialien und Aufgaben für Schüler beigelegt, bei denen ich sogar ein bisschen mitgeholfen habe. Im Nachhinein ist das logisch. Ich meine, woher sollen Lehrer denn sonst so viel über die Stücke wissen? Ich fand das sehr interessant, weil ich nie darüber nachgedacht hatte.


Apropos nicht nachdenken. Wie oft nimmt man sich einfach gedankenversunken irgendwelche Flyer, Prospekte oder kleine Heftchen mit, die man dann zu Hause oft auch wieder direkt entsorgt? Darüber werde ich in Zukunft dreimal nachdenken, nachdem ich miterlebt habe, wieviel Arbeit und Mühe dahinter steckt. Es war beeindruckend zu sehen, wie bei der Erarbeitung eines solchen Heftes das gesamte Theater zusammenarbeitete.

Textkorrektur für das Theatermagazin PROspekt
Textkorrektur für die nächste Ausgabe des Theatermagazins PROspekt
Spielzeitheft für das junge Publikum
Spielzeitheft für das junge Publikum

 

 

 

 

 

 

 

Aus jedem Bereich wurden Texte beigesteuert, jeder Bereich las Korrektur und jeder gab wirklich sein Bestes. Erst nach vielen Diskussionen und Korrekturlesen ist so ein Heftchen fertiggestellt, denn die Mitarbeiter im Theater machen sich über Details Gedanken, die wir Besucher gar nicht bemerken. Ebenfalls werden hier Führungen für Familien und Klassen organisiert und durchgeführt, und da ich nach drei Tagen im Theater natürlich noch nicht in der Lage war, eine Führung selbst zu übernehmen, bin ich erst einmal nur mitgelaufen. Und was soll ich sagen? Es lohnt sich! Diesen Blick hinter die Kulissen habe ich gebraucht, um das Theater zu verstehen. Ich habe so Einblicke in die Schneiderei, Schreinerei und vieles mehr bekommen. Am meisten hat mich die Maske beeindruckt. Zu sehen, was für ein Aufwand es ist, eine Perücke zu knüpfen oder eine Maske zu modellieren, ist spannend und beeindruckend zugleich. Das Theater hat sogar einen eigenen Bartschrank mit einer riesigen Anzahl von Bärten!

Ich konnte also den gesamten Aufwand, von Requisitenherstellung über die Bearbeitung eines Bühnenbildes bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit für ein Stück miterleben. Und dabei ist mir etwas klar geworden: Theater ist nicht nur, hübsche Kostüme zu netter Musik auftragen und dann auf Applaus warten, sondern vor allem ganz viel „im Hintergrund arbeiten“.

Wenn wir das fertige Stück sehen, bekommen wir Besucher davon nichts mit. Aber genau wegen dieser Arbeiten im Hintergrund habe ich mich für ein Praktikum am Theater Erfurt entschieden. Und obwohl das Ganze sehr anstrengend war, bereue ich diese Entscheidung kein bisschen.

Fotos: Viane Spiekermann (7), Marieke Engelhardt (2)

 

 

 

 

 

 

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Marieke Engelhardt

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