Glücklich über Engagement in einem “Monsterwerk”: Yngve Gasoy-Romdal

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Yngve Gasoy-Romdal

Er ist aktuell einer der gefragtesten Musical-Darsteller und hat auch in Erfurt ganz sicher so einige Fans: der Norweger Yngve Gasoy-Romdal. Als er 2008 als Martin L. im gleichnamigen Musical schon einmal auf den Domstufen stand, hat er sich während der Festspiele sowie bei den Proben zuvor in unsere kleine Stadt verliebt. Für mein Interview mit Yngve kamen deshalb gleich mehrere Orte infrage. Entschieden haben wir uns letztendlich aber doch für die Stufen, auf denen er als William von Baskerville ab dem 9. August in „Der Name der Rose“ spielen und singen wird. Auch deshalb, weil es in dem kleinen Café am Dom so herrlich guten Kuchen gibt! Yngve hat sich übrigens für Rhabarber entschieden, meine Wahl fiel auf Kirsche. Die schönen Fotos hat unser Theaterfotograf Lutz Edelhoff gemacht.

Yngve, wie bist du zum Engagement bei den diesjährigen DomStufen-Festspielen gekommen? Und hast du sofort zugesagt? Ich habe etwa anderthalb Monate vor Probenbeginn für das Musical vorgesungen und wurde unmittelbar danach gefragt ob ich die Rolle des William von Baskerville übernehmen möchte. Natürlich habe ich sofort JA gesagt! Das Buch wurde mir zugeschickt, und ich habe gelernt und gelernt wie ein Wahnsinniger während ich gerade Doktor Schiwago in Österreich gespielt habe.

Wie war es für dich, nach 2008 (Martin L.)  erneut nach Erfurt zu kommen? Hast du alles wiedererkannt? Welche Erinnerungen hast du an die Stadt? Ich habe diese Stadt schon 2008 geliebt! Erfurt ist für mich eine der absolut schönsten Städte Deutschlands. Romantisch und mit großer Geschichte. Ich betrachte es als Geschenk und bin sehr glücklich, wieder hier sein zu dürfen. Die Domstufen … Mein Gott, wie wundervoll!

Hast du einen Lieblingsort in Erfurt? Ich laufe oft an der Gera entlang. Da gibt wunderschöne kleine Restaurants wo man draußen sitzen und etwas Kaltes trinken kann wenn es heiß ist. Ich entdecke auch immer neue, kleine Gassen mit schönen Pflanzen und Blumen vor der Tür. Und ich liebe natürlich den Domplatz, der einfach umwerfend ist.

Du hast schon in sehr vielen Musicals mitgewirkt. Was denkst du über „Der Name der Rose“, das ja nach dem Roman von Umberto Eco geschrieben wurde? Das ist ein Monsterwerk! Dass man es geschafft hat aus einem so komplexen Roman ein Musical zu machen, ist einfach grandios. Es ist auch ein spannendes Buch in vielerlei Hinsicht und nicht einfach nur ein Krimi. Es behandelt natürlich die Religion, die Kirche auf vielen Ebenen, aber auch die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Flüchtlingspolitik, Buchzensur und weitere Themen.

Was hat deine Rolle “William von Baskerville” für einen Charakter? William ist eine Art Detektiv, der versucht, die Morde und Zeichen in der Abtei zu deuten und lösen. Er ist ein sehr getriebener Mensch und versucht immer die Wahrheit zu finden durch Ehrlichkeit und Menschlichkeit. Er ist aber auch aufbrausend und nachdenklich wie viele Menschen.

Die Stufen zum Dom hinauf sind zahlreich. Insofern ist das Spiel dort immer auch eine körperliche Herausforderung. Wie hälst du dich fit? Ich bin leider ziemlich faul was Sport angeht. Ich war zwei Jahre Mitglied in einem Sportstudio, bin aber nur zwei Mal dort gewesen und habe jedes Mal nur ein Sportgetränk getrunken und bin wieder gegangen … (lacht). Aber ich laufe und spaziere wirklich viel. Und das hält auch fit!

Hast du ein Ritual vor deinen Auftritten? Nur Kleinigkeiten, die für mich wichtig sind und für andere vielleicht merkwürdig aussehen. Deshalb verrate ich das auch nicht.

Aktuell probt ihr noch im Theater bevor es im August direkt auf den Domplatz geht. Wie ist die Arbeit hier mit den Kollegen und dem Regieteam? Wir haben wunderbare Sänger und Darsteller in dem Stück, und jeder passt perfekt für seine Rolle. Es ist eine herrliche Mischung aus Musical, Oper und Sprechtheater und alle haben großen Spass, das Stück zu probieren. Regisseur Axel Köhler und Dirigent Jürgen Grimm leiten uns sicher und zuversichtlich zur Lösung des Geheimnisses.

Wer aus deiner Familie oder von deinen Freunden wird bei der Premiere dabei sein und dich in weiteren Vorstellungen erleben? Ich hoffe, dass meine Frau zu Premiere kommen kann. Wir haben eine dreijährige wunderbare Tochter und müssen schauen, dass wir einen Babysitter finden. Ich weiss aber auch, dass einige Fans aus Japan kommen, und das freut mich ganz besonders.

Wie geht es für dich nach Erfurt weiter? Gibt es neue Engagements? Ich habe in den vergangenen zwei Jahren sehr viele große Rollen gespielt. Deshalb werde ich versuchen, nach “Der Name der Rose” eine kleine Pause zu machen. Im Frühjahr 2020 geht es dann weiter mit einer sehr schönen Rolle in einem Stück, über das ich aber noch nichts öffentlich sagen darf.

www.domstufen-festspiele

 

 

 

 

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Eingestellt von

Alexandra Kehr

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