Festival voller Bedeutung

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„Nichts hat Bedeutung…“, rufen sie immer wieder auf der Bühne im Großen Haus des Theaters Erfurt. Und doch, was in diesen Tagen hier passiert, ist alles andere als bedeutungslos.

Zu Gast ist das Festival “Schultheatertage der Länder 2016”. Die besten Theatergruppen aus ganz Deutschland treffen sich hier, um sich gegenseitig kennenzulernen und ganz viele Stücke zu sehen. Zum ersten Mal öffnet ein Stadttheater für dieses Bundesfestival komplett seine Bühne.

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Das Motto in diesem Jahr: Theater. Sprache. Für die Teilnehmer finden dazu verschiedene Werkstattangebote statt. Vom Poetry Slam bis Rap, die sich dem Thema Sprache vordergründig nähern bis zu Bodypercussion und Performance-Angeboten können die Schüler eine Woche in Theater und seine Ausdrucksformen eintauchen.

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Seit dem vergangenen Sonntag sieht man nun in der ganzen Stadt Jugendliche mit weißen Stoffbeuteln herumlaufen. Daran sind sie zu erkennen, die Festivalteilnehmer.

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Im Theater Erfurt  finden mehrmals am Tag Vorstellungen statt und immer wieder begegne auch ich den jungen Leuten.

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Die Bremer Theatergruppe hat ihren Auftritt schon hinter sich gebracht und kann ganz ohne Aufregung durch den Brühler Garten zum Theater laufen. „Was schaut ihr euch an?“, frage ich und bekomme promt zur Antwort: “Nichts was im Leben wichtig ist”. Im Foyer herrscht großes Gewusel.

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An der Treppe hält eine Gruppe ein Schild mit der Aufschrift SACHSEN nach oben, ein wenig weiter entfernt wird der letzte Abend ausgewertet. Die Theaterklingel scheint niemanden zu interessieren. Und dennoch, kurz vor Beginn der Vorstellung wandern alle in den Zuschauerraum. Auf der Bühne sitzen schon die Vertreter aus Baden Württemberg – reglos,  beobachtend, angespannt. Das Licht geht aus, sofort ist Stille im Saal. Man merkt, dass hier erfahrene Theatergänger sitzen. Und dann geht es auch schon los.

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Ein kurzer Blick ins Programm verrät, dass „Nichts was im Leben wichtig ist“ tatsächlich der Titel des Theaterstücks ist, das hier gerade angelaufen ist.  Knapp eine Stunde bringen die jungen Schauspieler mit viel Elan ins Bewusstsein, was wirklich von Bedeutung ist: Erinnerung, Liebe, Andenken, ein Hamster, ein Fahrrad, Finger, Schuhe, Gott, Geschwister und Theater…

Dafür geben wir sie gern her: Unsere Bretter, die die Welt bedeuten.

Autor dieses Beitrags ist Friedrich Göring, der seit einigen Wochen als Theaterpädagoge an unserem Haus arbeitet.

 

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Eingestellt von

Alexandra Kehr

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