Ein Regieteam bei der Recherche

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Unsere erste Premiere im neuen Jahr ist eine der meist gespielten Kammeropern überhaupt:  “Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte”. Das Werk des britischen Komponisten Michael Nyman basiert auf dem gleichnamigen Buch des Neurologen und Schriftstellers Oliver Sacks (gestorben im August 2015). Sacks beschreibt darin die Krankengeschichte von Dr. P, einem Sänger und Gesangslehrer, der an visueller Agnosie leidet – einer Art Geistesblindheit, hervorgerufen durch Beschädigungen der visuellen Zonen des Gehirns.

P. kann zwar konkrete visuelle Feinheiten erfassen, sei es eine bestimmte geometrische Form, eine Farbe oder schlichtweg einen Bart, er ist jedoch außer Stande, diese Informationen zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Zur Orientierung im Alltag nutzt er deshalb Melodien aus Schumanns „Dichterliebe“, die gesummt und gesungen sein Standbein im realen Leben sind.

Dem Regieteam der Kammeroper lag es am Herzen, sich für die Arbeit am Werk in die Situation des Patienten zu versetzen und die Grenzen des eigenen neurologischen Zentrums auszureizen. Des Öfteren schlägt uns doch der eigene Kopf ein Schnippchen, so in etwa, wenn markante visuelle Merkmale, an denen sich unser Gehirn entlang hangelt, wegfallen oder sich wandeln. Im Video zu sehen sind Regisseur Markus Weckesser, Kostümbildnerin Mila van Daag (Foto) und Bühnenbildner Hank Irwin Kittel, die für eine gelungene Bühnenumsetzung auch mit sich selbst experimentieren. Zu hören ist ein Kunstlied Schumanns. Fortsetzung folgt!

Video: Mara Hildesheim (Mara absolviert in der Spielzeit 15/16 an unserem Haus ein freiwilliges soziales Jahr)

 

 

 

 

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Eingestellt von

Alexandra Kehr

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