DomStufen-Festspiele in Erfurt 2015

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Ein Mensch umarmt einen Baum im Wald.

Unser Beitrag im Thüringer Theatersommer und mitten in der Landeshauptstadt ist in diesem Jahr eines der populärsten Werke der deutschen Opernliteratur: Der Freischütz. Im Ruf der „deutschen Nationaloper“ stehend, fesselt die Geschichte immer wieder als romantisches Schicksalsdrama, in dem die eher leidenden als handelnden Protagonisten den Sphären des Dämonischen und Schaurigen wie des Heiligen und Frommen ausgeliefert zu sein scheinen. Der Freischütz erzählt von der Liebe des Jägers Max zu Agathe, für die er – um sie freien zu dürfen – bei einem Probeschießen gewinnen muss. Um das Ziel todsicher zu treffen, lässt er sich auf einen unglücksseligen Pakt ein: Um punkt Mitternacht gießt er, manipuliert vom Jäger Kaspar, in der Wolfsschlucht sieben magische „Freikugeln“, die kein Ziel verfehlen sollen. Max ahnt jedoch nicht: die siebente Kugel wird vom Teufel gelenkt. Die Inszenierung von Generalintendant Guy Montavon entstand in Zusammenarbeit mit der Oper in Nizza/Südfrankreich wo das Werk 2013 vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Montavon bedient sich in seiner Arbeit der Rezitative von Hector Berlioz statt der gesprochenen Dialoge des Originals. Die musikalische Leitung obliegt Samuel Bächli, der seit 2007 regelmäßig am Theater Erfurt dirigiert. Im Zusammenspiel mit Kostümbildner Pierre Albert erschaffen Montavon und Bächli eine Atmosphäre, in der Volkstum und Natur stimmungsreich verwoben werden. Das imposante Bühnenbild von Peter Sykora fängt die schauerlich-romantische Grundstimmung des Werkes ein: Eine beschauliche Jägerhütte im Grünen, imposante Hirsche und 180 Baumstämme aus dem Erfurter Steigerwald bilden den Hintergrund für den Widerstreit zwischen Gut und Böse. 65 Kubikmeter Laubholz aus dem Erfurter Steigerwald lassen die Aura des Waldes in aller Plastizität entstehen. Die Bäume sind eine Leihgabe aus den Beständen des Forstamtes Erfurt-Willrode. Ein hochkarätiges Sängerensemble wurde verpflichtet, der Opernchor des Theaters Erfurt wirkt selbstverständlich auch mit.

Premiere ist am 9. Juli, die letzte Vorstellung am 26.Juli. Auf die jungen Festivalbesucher wartet 2015 Das Dschungelbuch nach Rudyard Kipling. Die Abenteuer des bei einer Wolfsfamilie aufgewachsenen Menschenkindes Mogli sind ab dem 12. Juli auf den Domstufen zu erleben. Die Gäste treffen dabei auf Moglis Beschützer, den Bären Balu und den Panther Baghira, aber auch auf seine Widersacher, die Schlange Kaa und den Tiger Shir Khan. Ein Vergnügen für jung und alt! Die DomStufen-Festspiele sind seit ihrer Einführung 1994 zu einem Publikumsmagnet avanciert. Die Gästeschar kommt inzwischen nicht mehr allein aus Deutschland. Auch unsere europäischen Nachbarn – Dänen, Franzosen, Schweizer und Österreicher – tummeln sich unter den jährlich rund 30.000 Besuchern.

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