Die Spielzeit 2014/15 ist zu Ende – Was bleibt?

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Die Thüringer Sommerferien haben längst begonnen – und nach den erfolgreichen Domstufen-Festspielen 2015 geht es auch für uns Theaterleute am 27. Juli in die Ferien. Zeit für einen kleinen Rückblick auf unsere Spielzeit 14/15. Woran erinnern sich die Kollegen besonders? Was waren Höhepunkte?

Für Generalintendant Guy Montavon ist es ganz klar Sigurd. Die deutsche Erstaufführung der Oper von Ernest Reyer hatte er in Szene gesetzt, das Medienecho war enorm. “Darüber habe ich mich riesig gefreut und bin sehr stolz darauf. Außerdem habe ich für diese Inszenierung das erste Mal mit Joana Mallwitz künstlerisch zusammengearbeitet. Und ich muss sagen, es war eine Wonne und ein großes Vergnügen.“ (Joana Mallwitz ist erst seit dieser Spielzeit an unserem Haus)

Ein Szenenbild aus Sigurd schaffte es sogar auf den Märztitel des wichtigen Branchenmagazins „Opernwelt“.

Szenenbild aus der Oper "Sigurd"  mit Ilia Papandreaou als Brunehild auf dem Märztitel des Magazins Opernwelt

Auch für Chefdramaturg Arne Langer ist Sigurd persönliches Saisonhighlight. Langer hat das Stück dramaturgisch betreut und resümiert: „Das Werk passte als französische Adaption des Nibelungenstoffs perfekt in das Spielzeitmotto „Geliebter Feind“. Die musikalische und szenische Umsetzung konnte Publikum und Presse überzeugen – ein Erfolg, den man sich für jede so genannte Ausgrabung wünscht, aber selten erreicht.“

Ein tolles Erlebnis war für viele Theatermitarbeiter unser Gastspiel in Antibes/Südfrankreich mit Mozarts Oper Die Entführung aus dem Serail. „Wir sind auf dieser Reise als Theaterteam wieder ein bisschen mehr zusammengewachsen und konnten außerdem viele Menschen außerhalb von Erfurt von uns begeistern“, erinnert sich Marketingreferentin Anja Fietzek an den eindrucksvollen Kurz-Aufenthalt im Februar dieses Jahres an der Côte d’Azur.

Unsere Gastspielreise nach Antibes! Zwei Mal kam dort im ausverkauften Theater Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" zur Aufführung.
Unsere Gastspielreise nach Antibes. Zwei Mal kam dort im ausverkauften Theater Mozarts Die Entführung aus dem Serail zur Aufführung. Die Collage-Fotos stammen von verschiedenen Kollegen.

Für Ausstattungsleiter Hank Irwin Kittel war die Uraufführung Das schwarze Blut nach eigenen Angaben eine große Herausforderung. Für das in der nordfranzösischen Provinz spielende Stück sei es gar nicht so einfach gewesen, das passende Bild zu finden. „Ich suchte nach einer Methapher für den Zustand der Leute in dieser Zeit, geistig noch verhaftet dem 19. Jahrhundert, aber technologisch schon im 20. Jahrhundert angekommen. Ich war schon fast ein bisschen verzweifelt, als ich auf der Rückreise von einem Termin und dank Verspätung der Deutschen Bahn in Basel am Bahnhof strandete. Und da war er: der Kuß der Muse!“ Kittel hatte im Warteraum des wunderschönen alten Basler Bahnhofsgebäudes s e i n Bild für Das schwarze Blut gefunden.

Warteraum im Bahnhof Basel
Warteraum im Bahnhof Basel   Foto: Hank Irwin Kittel

Mit vielen Fotos dieses Raumes im Gepäck zu Hause angekommen, setzte sich der Ausstatter sofort ans Modell und meint rückblickend: “Das Bühnenbild zu dieser Uraufführung gehört sicher zu meinen besten Arbeiten in der vergangenen Spielzeit.“ Viele Kollegen meinen das übrigens auch, denn zum „Blut-Bild“ gehört auch die von Kittel wunderbar erdachte, mit Büchern vollgestopfte Wohnung, in der der Titelheld Cripure lebt, liebt und verzweifelt.

Máté Sólyom-Nagy als Cripure/le Monsieur/Der Spiegel und Markus Weckesser (Papagei) / Inszenierung: Marc Adam
Máté Sólyom-Nagy als Cripure/le Monsieur/Der Spiegel und Markus Weckesser (Papagei) / Inszenierung: Marc Adam / Foto:Lutz Edelhoff

Auch für Obergewandmeisterin Susanne Ahrens ist die Spielzeit 14/15 eng mit der Inszenierung Das schwarze Blut verbunden.“Wir haben für diese Produktion 12 historische Uniformen angefertigt und damit unseren Fundus gut auffüllen können, denn Uniformen werden oft gebraucht. Auch die historischen Kostüme für Andrea Chénier oder die Wämse für zwei Darsteller im Musical Kiss me Kate haben großen Spaß gemacht. Das war zwar auch ganz schön viel Arbeit, aber wir können bei historischen Kleidern ganz verschiedene Schneidertechniken anwenden und sind näher dran an unserem Handwerk“, so Ahrens.

Szenenbild aus Andrea Chénier/Inszenierung Guy Montavon
Szenenbild aus Andrea Chénier/Inszenierung Guy Montavon / Foto: Lutz Edelhoff

Dramaturg Berthold Warnecke bleiben zwei Inszenierungen in besonderer Erinnerung: „Matthew Ferraros fulminante, streng aus dem Geist der Tragödie erzählte Madama Butterfly und der pralle, das Leben in seiner ganzen Breite und Vielfalt auslotende Faust in der Inszenierung von Benjamin Prins sind für mich absolute Höhepunkte der Saison 2014/15.“

Richard Carlucci als Faust und Vazgen Ghazaryan als Mephistopheles in der Oper Faust (Margarethe)/Inszenierung: Benjamin Prins
Richard Carlucci als Faust und Vazgen Ghazaryan als Mephistopheles in der Oper Faust (Margarethe)/Inszenierung: Benjamin Prins / Foto:Lutz Edelhoff

Und auch ich erinnere mich noch sehr gut an Madama Butterfly mit Ilia Papandreou in der Titelrolle. Ihr Gesang und Spiel hat mich sehr berührt, und ich weiß noch, dass zur Premiere im vergangenen September viele Zuschauer nicht nur Tränen in den Augen hatten, sondern auch das eine oder andere Taschentuch tatsächlich gezückt und benutzt wurde.

Ilia Papandreou (Cio-Cio San ) in Madama Butterfly
Ilia Papandreou (Cio-Cio San ) in Madama Butterfly / Foto: Lutz Edelhoff

Jetzt wünschen wir erst einmal SCHÖNE FERIEN! Die Spielzeit 15/16 beginnt für uns im September. Und wenn Sie uns persönlich einmal treffen möchten, dann wäre am 20. September zu unserem Tag der Offenen Tür sicher eine gute Gelegenheit. Bis dahin!

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