Das Land des Lächelns und seine Tücken

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Ende der letzten Spielzeit bekamen wir aus Hongkong, nachdem die Operette “ Das Land des Lächelns“ dort abgespielt hatte,  das dort gefertigte Bühnenbild. Auch der Teil der Kostüme, der im asiatischen Stil gearbeitet wurde, kam im gleichen Container. Wir berichteten über unsere Lüftaktion nach Mottenpulveralarm.

In Hongkong wurde das Bühnenbild den dortigen Gepflogenheiten entsprechend für einen einmaligen Aufbau konzipiert. Dort wird zumeist en suite gespielt, also eine Serie von Vorstellungen in einem kurzem Zeitraum, das heisst, das Bühnenbild bleibt stehen. Im deutschen Repertoiretheater müssen wir die Bühnenbilder für jede Vorstellung auf – und abbauen. Dafür müssen sie robust und leicht montierbar sein. Als erstes mussten sich die Werkstätten genau damit beschäftigen, nämlich Repertoiretauglichkeit herstellen, Wände verstärken, Verbindungen verbessern und so weiter. Auch sind die Bühnenmaße in Erfurt leicht anders, also mussten die Grundrisse verändert werden.

Interessanterweise waren die Lüster aus China im ersten Bild zwar schön, aber aus Glas. Das verbietet sich bei uns von selbst, denn zu gross ist die Gefahr, dass etwas zu Bruch geht. Scherben auf der Bühne bringen kein Glück… Wir ersetzten sie durch Lüster aus unserem Fundus der Beleuchtung.

Bei den Kostümen hatten wir im Vorfeld die Sorge, dass wir großen Mitteleuropäer nicht in die chinesischen Grössen passen. Diese Sorge war unberechtigt, denn wir waren überrascht, dass es auch in China sehr grosse Grössen gibt. So sitzt man seinen Vorurteilen auf. Lediglich die Schuhgrössen sind sehr zierlich, aber da war unser Schuhmacher findig.

Wer findet den Fehler ?
Wer findet den Fehler ?

Bei der ersten Kostümprobe war die Überraschung groß, denn einigen Choristen fehlten scheinbar die Hüte zu den chinesischen Kostümen. Wie konnte es nur sein, dass wir das erst jetzt bemerkten? Die Lösung war einfach. Auf den Fotos aus China war es genauso. Einige hatten keine Hüte, aber es fiel keinem auf, da ein Asiate ob mit oder ohne Hut einfach einen tollen Asiaten abgibt, ein Europäer jedoch ohne Hut und zusätzlich ohne Perücke sehr falsch wirkt. Siehe Foto! 

Also gibt es bis zur Premiere für die betroffenen Chorherren noch schwarze Perücken! Auch unser Solist Herr Paul in der Rolle des Prinzen wollte partout nicht asiatisch wirken. Er sah eher aus wie ein deutscher Vikar 🙂 Da ist jetzt bis zur Premiere mit all ihrem Wissen unsere taiwanesische Bühnen- und Kostümbildnerin Frau Tsai gefragt!

 

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Hank Irwin Kittel

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