Chinesischer Stardirigent Xu Zhong gibt Wagner-Debüt in Erfurt

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Morgen ist es soweit: Richard Wagners Der fliegende Holländer geht auf große Fahrt – in der Regie von Generalintendant Guy Monvavon! Dirgiert wird die Oper vom international renommierten chinesischen Pianisten und Dirigenten Xu Zhong. Auch für ihn ist die Premiere ein großes Ereignis, denn es ist das erste Mal, dass er für eine deutsche Oper die musikalische Leitung hat. Außerdem gibt er in Erfurt auch noch sein Wagner-Debüt. Kurz vor der Premiere hat er uns dazu ein paar Fragen beantwortet:

 Was bedeutet Ihnen Ihr Wagner-Debüt in Erfurt?

Es ist sehr wichtig für mich, weil Wagner ja einer der bedeutendsten Komponisten der Welt ist und natürlich in der deutschen Musikgeschichte eine führende und sehr besondere Rolle spielt. Aufgrund meiner Biografie bin ich mit der französischen und italienischen Oper sehr vertraut. Eine deutsche Oper habe ich allerdings noch nicht dirigiert und ich habe sehr großen Respekt vor dem Werk Wagners. Deshalb ist es mir eine große Ehre, mit dem Fliegenden Holländer in Erfurt zu debütieren. Zudem bin ich vermutlich einer der ersten chinesischen Dirigenten, der Wagner in Angriff nimmt.

Was bedeuten Wagner und seine Werke in China?

Wagners Musik und sein Werk genießen hohes Ansehen in China. Aufführungen seiner Musik gelten als besonderer Genuss für das chinesische Publikum, das diesbezüglich sehr anspruchsvoll ist. In Erfurt möchte ich versuchen, dem deutschen Publikum einen traditionellen Wagner zu geben, will aber gleichzeitig frischen Wind, eine gewisse Leichtigkeit einbringen. Ich bin gespannt, wie das Publikum meine Interpretation und damit die chinesische Sichtweise auf das Werk aufnimmt.

Wie ist die Arbeit mit dem Philharmonischen Orchester in Erfurt?

Wir haben uns gegenseitig kennengelernt, und ich fühle mich sehr wohl mit den Musikern. Anfangs gab es vielleicht ein paar Verständigungsschwierigkeiten und für das Orchester war sicher auch die Art meines Dirigats ungewohnt. Wir arbeiten inzwischen aber sehr gut zusammen, die Musiker versuchen immer, meine musikalischen Ideen umzusetzen.

Sie sind Direktor der Oper Shanghai und begrüßen im September das Theater Erfurt dort für zwei Holländer-Gastspiele und eine Wagner-Gala. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Durch die Zusammenarbeit zwischen dem Erfurter Orchester und dem Shanghai Orchestra bringen wir den deutschen und den chinesischen Geist zusammen und schaffen durch die internationale Sprache der Musik eine neue Einheit. Nachdem der Fliegende Holländer bei der Gründung des Shanghai Grand Theatre bereits dort aufgeführt wurde, kommt er nun zum 20-jährigen Jubiläum durch diese Kooperation dorthin zurück.

 

 

 

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Eingestellt von

Alexandra Kehr

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